Zementindustrie braucht Lösungen für CO₂-Speicherung

Beitrag veröffentlicht am 27.08.2026

CO₂ abscheiden statt ausstoßen. Anlässlich des Besuchs von Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer standen die Chancen und Herausforderungen der CO₂-Speicherung im Fokus. Ziel ist es, Klimaschutz, industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Die Zementindustrie zählt zu den emissionsintensivsten Branchen und steht damit vor großen Herausforderungen bei der weiteren Reduktion von CO₂-Emissionen.

Seit Jahren investieren wir gemeinsam mit der österreichischen Zementindustrie erhebliche Zeit und Mittel in die kontinuierliche Reduktion unserer CO₂-Emissionen. Vollständig CO₂-neutral wird die Zementproduktion jedoch aus prozesstechnischen und chemischen Gründen nicht möglich sein. Bei der Herstellung von Klinker, dem Hauptbestandteil von Zement, sind Temperaturen von rund 1.450 °C erforderlich. Dabei entstehen unvermeidbare CO₂-Emissionen. Um diese verbleibenden Restemissionen nicht in die Atmosphäre abzugeben, werden geeignete Möglichkeiten zur dauerhaften Speicherung von CO₂ benötigt.

Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch bestehen: Was geschieht mit dem abgeschiedenen Kohlendioxid? Als Lösungsansatz gilt die dauerhafte Speicherung in ausgeförderten Erdgaslagerstätten. Fachleute sehen darin großes Potenzial, um beträchtliche Mengen CO₂ sicher und langfristig zu speichern. Gleichzeitig werden auf politischer Ebene die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen diskutiert.

Vor diesem Hintergrund besuchten Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer am 25. August das Zementwerk Kirchdorf, um sich über die laufenden Tests sowie die Chancen und Herausforderungen der CO₂-Abscheidung und -Speicherung zu informieren.

Für die heimische Zement- und Baustoffindustrie hat das Thema strategische Bedeutung. Die Branche weist darauf hin, dass für die Herstellung von Zement auch künftig unvermeidbare Prozessemissionen entstehen werden. Ohne praktikable Lösungen zur CO₂-Speicherung könnten energieintensive Produktionen langfristig in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verlagert werden – mit negativen Folgen für den Klimaschutz und den Wirtschaftsstandort Österreich.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Technologien zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung werden künftig eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Industrie spielen. Mit den laufenden Pilotprojekten leisten wir bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Zukunft unserer Branche.

Beiträge zum Besuch im Zementwerk:
ORF.at Video/Audio
Zementindustrie drängt auf CO₂-Speicherung – ooe.ORF.at