Modernisierung der Zementmühlen inklusive Abwärme-Nutzung

Die zwei Trommelmühlen aus den Jahren 1962 und 1967 – Zementmühle 3 hat einen Durchmesser von 2,8 und die Zementmühle 4 gar 3,8 Meter – waren mit Windsichtern der ersten Generation ausgestattet. Windsichter separieren das Feingut aus dem Mühlenprodukt und senden das Grobgut in den Mühlenkreislauf zurück. Um mehr Leistung zu erzielen erhielten beide Mühlen zwanzig Jahre später Sichtkörbe. Der Einbau einer Vorbrechanlage in die Zementmühle 4 hatte 1992 eine weitere Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Energieeinsparung zur Folge.

Für die Jahre 2015 bis 2018 ist ein enormes Umbauprojekt im Gang, das die zunehmenden Ansprüche an Produkt-Feinheit, Energieeinsparung und Produkt-Kühlung auf den neuesten Stand der Technik bringen wird. Dazu werden moderne Windsichter der 3. Generation sowie Tuchfilter eingebaut: die hocheffizienten Sichter sorgen für eine komplette Abscheidung von fertig gemahlenem Zement und transportieren zu grobes Mahlgut in den Mühlenkreislauf zurück. Dieser Rückgutstrom wird gekühlt, was den enormen Vorteil hat, dass die Mahltemperatur in der Mühle kontrolliert werden kann. Ein Umstand, der sich bei just-in-time-Lieferung zum Transportbetonwerk äußerst vorteilhaft auf die Produktqualität auswirkt. Der fertige Zement kann mit niederen Temperaturen ausgeliefert werden. Das war bisher nicht möglich.

Die wesentlich höheren Produkt-Feinheiten garantieren einerseits eine effektivere Nutzung des Zementklinkers. Andererseits stehen der Entwicklung neuer, noch reaktiverer Bindemittel alle Türen offen.

Um die beträchtliche Abwärme aus der Zementmahlung zu verwerten werden Wärmetauscher in die Abgasströme eingebaut. Das Vorlaufwasser der schon bestehenden Wärmerückgewinnungsanlage wird damit vorgewärmt und ein großer Teil der Abwärme genutzt.

Auch in diesem Bereich ist das Kirchdorfer Zementwerk einmal mehr Vorreiter, denn die Abwärme-Nutzung aus Mahlanlagen ist eine der ersten weltweit.